Bewertung der Wasserqualität des Drei-Schluchten-Stausees (TGR) in China hinsichtlich der Eignung zur Trinkwasserversorgung und landwirtschaftlichen Bewässerung (WATERUSE)
Projektkoordinator: Prof. Dr. Rolf-Dieter Wilken, Teilprojektleitung: Dr. Axel Bergmann, Doktorandin: Dipl.-Ing. Anja Wolf
Das vom Bereich Wasserressourcen-Management des IWW geleitete Teilprojekt hat die folgenden Ziele:
- Identifizierung der wichtigsten geogenen und anthropogenen Schadstoffquellen im Reservoir und dessen Einzugsgebiet
- Erfassung und Bewertung einer potenziellen Belastung des Rohwassers mit freigesetzten wasserwerks- und trinkwasserrelevanten Substanzen
- Bestimmung der räumlich-zeitlichen Entwicklung der Wasserqualität im Stausee und dessen Nebenflüssen bei Hoch- und Niedrigwässern, d.h. bei unterschiedlichen Füllhöhen und Fließgeschwindigkeiten, und anschließende Bestimmung der optimalen Entnahmeorte hinsichtlich Tiefe, minimaler Trübung und Schadstoffkonzentration
- Diskussion der Ausweisung von Wasserschutzzonen mit den chinesischen Partnern
- Darstellung geeigneter naturnaher und technischer Aufbereitungsverfahren und Bewertung hinsichtlich ihrer Eignung zur Entfernung der identifizierten Schadstoffe.
Probenahme am Yangtze (Foto: A. Bergmann)
Dieses Projekt kann natürlich nicht mit eigenen Kräften allein geschultert werden. Es waren und sind gemeinsame Geländeerkundungen und Probennahmeaktionen der deutschen und chinesischen Projektpartnernotwendig, die sich über die Projektlaufzeit fortsetzen sollen. Eine besonders intensive Kooperation besteht mit chinesischen Partner von der Chongqing Universität, der CRAES (Chinese Research Academy of Environmental Sciences, Institute of Water Environment Research) in Peking und der Changjiang Water Resources Commission in Wuhan.
Die Wasserprobennahmen dienen der Bestimmung von typischen anorganischen Parametern und organischen Spurenstoffen wie Industriechemikalien, Pestiziden, Pharmazeutika und Röntgenkontrastmitteln. In einer passiven Probennahme werden neuartige Keramik-Dosimeter verwendet, welche die Aufnahme von Substanzen durch eine feine Membran auf der Innenseite der Keramik-Röhrchen nur über die Gasphase zulassen. Partikel, Sickerwasser und Mikroorganismen werden somit ausgeschlossen. Die Dosimeter können mit verschiedenen Adsorbenten befüllt werden, welche die diffundierenden organischen Substanzen aufnehmen und speichern. Die Dosimeter werden an verschiedenen Standorten im Oberflächengewässer platziert, nach bestimmten Zeiträumen wieder entnommen und schließlich analysiert.
letzte Änderung 27.11.2011 | Dr. Günter Subklew |Impressum |Ausdrucken
