Transformation, Bioakkumulation und Toxizität organischer Mikroschadstoffe im Reservoir des Drei-Schluchten-Damms
Projektleitung: Dr. Martina Roß-Nickoll, Prof. Dr. Andreas Schäffer, Prof. Dr. Henner Hollert
Projektteam: Dr. Burkhard Schmidt, Dr. Richard Ottermanns, Ye Yuan, Stephan Heister, Tilman Floehr, Katrin Strauch und Björn Scholz-Starke.
Im Unterprojekt MIKROSCHADSTOFFE stehen das grundlegende Verständnis der Abbau- und Verlagerungsprozesse von Umweltschadstoffen und die Erfassung relevanter Effekte auf die aquatischen Ökosysteme im Yangtze-Drei-Schluchten-Stausee im Mittelpunkt. In drei miteinander in Verbindung stehenden Projektbereichen werden die Transformation von Modellschadstoffen (Modul 1 - fate), das Potential dieser Substanzen zur Bioakkumulation (Modul 2 - bioaccumulation) und im Modul 3 - ecotox mit Hilfe integrierter Ansätze (z.B. dem TRIAD-Ansatz aus dem Bereich der Sedimentbewertung) die Ökotoxizität ausgewählter Sedimente charakterisiert.
Durch die dauerhafte oder periodische Überflutung großer landwirtschaftlicher und z.T. vormals industriell genutzter Areale werden unweigerlich große Mengen einer Vielzahl anorganischer und organischer Schadstoffe freigesetzt. Durch die veränderten hydrologischen Bedingungen im Bereich des Stausees sind Remobilisierungs- und Abbauprozesse schwer vorherzusagen. Unser Forschungsansatz konzentriert sich daher zunächst auf das Verständnis von Prozessen, die unter den spezifischen neuen Umwelt-Bedingungen im Reservoir beim Abbau einer hinsichtlich Toxizität und Anwendungsintensität repräsentativen Modellsubstanz und deren Anreicherung in aquatischen Nahrungsketten bis hin zum Menschen ablaufen.
Dazu werden Wasser-Sedimentstudien nach internationalen Standardmethoden angepasst und angewendet. Es wird eine komplette Bilanzierung des Verbleibs von Yangtze relevanten Modellverbindungen und ihrer Metaboliten vorgenommen. So entsteht eine lückenlose Vorstellung der Abbauwege der Modellsubstanz, die zur Abschätzung des Verhaltens in biotischen Systemen dienen. Das Potential zur Bioakkumulation in Nahrungsketten wird anhand von mathematischen Modellen abgeschätzt, die mit experimentell bestimmten Parametern kalibriert werden. Bioakkumulationsfaktoren können dann für Sedimentorganismen und Yangtze-typische Fischarten bestimmt werden. Im Teilprojekt MIKROSCHADSTOFFE entwickeln wir Kombinationen von Methoden zur Effektabschätzung von Sedimenten weiter; diese Untersuchungen haben neben der ökotoxikologischen Charakterisierung der Umweltbelastung die Entwicklung eines geeigneten Konzeptes zum Schadstoffmonitoring zum Ziel.
letzte Änderung 17.01.2012 | Dr. Günter Subklew |Impressum |Ausdrucken
