Gefährdungsanalyse von Hangrutschungen im Einzugsgebiet des Xiangxi-Flusssystems (Drei-Schluchten-Staudamm)

Die Bearbeitung des Teilprojekts HANGBEWEGUNGEN erfolgt durch Prof. Dr. Joachim Rohn, Dr. Dominik Ehret und Dipl. Geol. Markus Schleier am GeoZentrum Nordbayern der Universität Erlangen-Nürnberg.

Die Zielsetzung des Teilprojekts HANGBEWEGUNGEN besteht darin, den Einfluss des Aufstaus auf die Standsicherheit der Hänge entlang des Xiangxi sowie die Suszeptibilität für Massenbewegungen im Arbeitsgebiet unter Einsatz von GIS und der Neuronalen Netz-Methode zu untersuchen.

Als Basis für die geplanten Analysen dienen Informationen zur Art und Zusammensetzung des Ausgangsgesteins sowie zur Art, Größe und zum Vorkommen von Massenbewegungen. Die dafür nötigen Daten wurden im Herbst 2008 und im Frühjahr 2009 für verschiedene Abschnitte im Aufstauungsbereich des Xiangxi mittels geologischer und geotechnischer Kartierungen im Maßstab 1:5.000 erhoben. Der Fokus der Kartierungen liegt hierbei auf einen 15 km langen und 2-3 km breiten Streifen beidseitig des Xiangxi im südlichen Einzugsgebiet. Zusammen mit bereits im Jahr 2006 durchgeführten Kartierungen liegen nun geologische und geotechnische Informationen im Maßstab 1:5.000 für ein durchgehendes Gebiet vom Mündungsbereich bis etwa der Stadt Gaoyang vor. Hierbei handelt es sich um den direkt durch den Aufstau des Drei-Schluchten-Reservoirs beeinflussten Bereich des Xiangxi River. Für eine laboranalytische Bestimmung bodenmechanischer und granulometrischer Eigenschaften von Rutschmassen bzw. rutschungsgefährdeten Bereichen liegen für mehrere Standorte Mischproben aus 20-40 cm Tiefe vor. An den aktivsten Rutschungen wurden darüber hinaus geotechnische Längs- und Querprofile im Maßstab 1:1.000 aufgenommen. Ergänzend zu diesen Feldarbeiten wurden im Sommer 2010 weitere großräumige Kartierungen im Maßstab 1:20.000 vorgenommen. Alle ermittelten Daten liegen zusammengefasst in einem Inventar der Hangbewegungen in einer Datenbank vor. Auf Grundlage dieser Datenbank werden statistische Analysen zum Auftreten von Massenbewegungen und deren natürlichen sowie anthropogenen Einflussfaktoren mittels der Frequenzverhältnis-Methode (frequency ratio) durchgeführt. Diese Analyseergebnisse sowie die Resultate der Geländeuntersuchungen gehen in eine Gewichtung der unterschiedlichen Einflussparameter ein. Mittels GIS wird anschließend eine Suszeptibilitätskarte für Massenbewegungen erstellt. Zusätzlich wird an der Entwicklung einer Methode zur Erkennung von Massenbewegungen mittels künstlicher Neuronaler Netze gearbeitet.

Teilweise aktive Massenbewegungen am östlichen Ufer des Xiangxi nördlich von Xiakou. Der Fuß der nördlichen Massenbewegung wurde oberflächlich gegen Erosion durch Wellenschlag geschützt (Bild oben). Kleine Massenbewegung am westlichen Ufer des Xiangxi wenige Kilometer nördlich der Mündung in den Yangtze. Teile der Uferstraße wurden im Sommer 2008 durch die Massenbewegung zerstört (Bild unten). Fotos: D. Ehret (09/2008).

Dreidimensionale Darstellung des Höhenmodells und Inventar der Hangbewegungen für das südliche Xiangxi-Einzugsgebiet mit Blickrichtung Nordost.

Erste Ergebnisse der Analysen mit künstlichen Neuronalen Netzen zur Erkennung von Massenbewegungen für ein Testgebiet in der backwater area des Xiangxi-Flusses im Xiangxi-Einzugsgebiet.


letzte Änderung 11.04.2011 | |Impressum |Ausdrucken