Fernerkundliche Erfassung und Analyse von Massenbewegungen im Einzugsgebiet des Xiangxi/China

Die Bearbeitung des Teilprojektes FERNERKUNDUNG erfolgt durch Prof. Dr. Hermann Kaufmann und Dr. Michaela Frei an der Universität Potsdam, Dr. Xia Ye (GeoForschungsZentrum Potsdam) und den chinesischen Projektpartner Prof. Dr. Guo Xiaofang (Aero Geophysical Survey & Remote Sensing for Land and Resources, Beijing).

Übergeordnete Ziele des Teilprojekts FERNERKUNDUNG sind die Erlangung eines besseren Verständnisses für die Auslöser und Mechanismen von Massenbewegungen im Untersuchungsgebiet und eine Abschätzung für deren Auftretenswahrscheinlichkeit.

Dazu werden methodisch-konzeptionelle Ansätze auf Basis modernster Fernerkundungstechnologie entwickelt, die eine synoptische und wiederholte Korrelation mit existenten und rezenten Massenbewegungen mit der Lithologie des Untergrundes und der Vegetationsbedeckung unter Berücksichtigung variierender Hangneigungen und Niederschlagsraten ermöglichen.

Die Ergebnisse liefern zusammen mit den Arbeiten der weiteren Projektpartner einen wesentlichen Beitrag zur Gefährdungsabschätzung und damit zur zukünftigen Nutzbarkeit der Uferregionen des Yangtze während und nach der Aufstauphase.


Envisat Aufnahme des Xintan Hangrutsches mit Cornerreflektoren

Im Rahmen des Vorhabens werden zwei zukunftsorientierte Techniken eingesetzt. Die InSARTechnik zur synoptischen, hochgenauen Erfassung von Massenverlagerungen und rezenten Initialbewegungen sowie die Hyperspektraltechnik zur spektrometrischen Auswertungen optischer Daten für die Erfassung und Charakterisierung des Vegetationszustandes und der vorkommenden Lithologie.

Zudem wird das Inventar vorhandener geologischer Großstrukturen interpretativ aus den optischen Daten abgeleitet. Die Kombination der Ergebnisse, ermittelt aus InSAR und hyperspektralen Daten mit vorhandenen Multispektral-Klassifizierungen (ASTER), mit thematischen Informationen und den Feldvalidierungen ist die Basis für GIS-basierte Ansätze und die hydrologische Modellierung der Partner zur Einschätzung der Gefährdungspotenziale. Im Untersuchungsgebiet wird die 'repeat pass' SAR-Interferometrie zur Überwachung von Hangrutschungen und der Bodenerosion eingesetzt. Verarbeitet werden Daten der Systeme Envisat und des deutschen Terra-SAR-X. Zur Validierung und um die flächenhafte Deformationen 3-dimensional beschreiben zu können, werden Punktvermessungen durch GPS sowie an besonders gefährdeten Stellen die Installation von Radarwinkelreflektoren ('corner' mit rechtwinklig zueinander stehenden Ebenen) von den chinesischen Partnern vorgenommen. Diese sind effektiver und genauer als konventionelle GPS-Messungen. Die Corner-Reflektoren ermöglichen hochgenaue Messungen mit Werten von bis zu ± 2 mm auch in Gebieten mit starker Vegetation, wo die Kohärenz beim 'repeat pass' Verfahren aufgrund der Bewegungsdynamik sonst verloren geht.


letzte Änderung 14.04.2011 | |Impressum |Ausdrucken