Xiangxi-Einzugsgebiet

Das hydrologische Einzugsgebiet des Xiangxi liegt in Zentralchina in der Provinz Hubei (Provinzhauptstadt Wuhan), mit 60 Millionen Einwohnern (Zensus 2000) eine der bevölkerungsreichsten Provinzen der Volksrepublik China. Die größten Städte im Einzugsgebiet sind Xiakou, Gaoyang und Gufu. Der Fluss Xiangxi entspringt im Waldnaturreservat Shennongjia im nördlichen Einzugsgebiet und mündet nach einer Passage von circa 100 km Länge in den Yangtze-Fluss.

Lage des Xiangxi-Einzugsgebiets in Zentralchina.

Kennzeichnend für das Einzugsgebiet mit dessen Lage in der nördlichen subtropischen Zone in China sind eine Jahresdurchschnittstemperatur von 16,9 °C und eine Jahresniederschlagssumme von 1000 mm (für die Klimanormalperiode 1961 - 1990 an der Station Xingshan bei Gaoyang im zentralen Einzugsgebiet. Im Vergleich dazu betragen z.B. die mittlere Jahrestemperatur und die jährliche Niederschlagssumme für denselben Zeitraum in Kassel in Deutschland auf ähnlicher Höhe (231 m ü. NN) 8,5 °C bzw. 699 mm (www.klimadiagramme.de). Die wärmsten sowie die im Mittel mit 152 mm Niederschlag regenreichsten Monate im Xiangxi-Einzugsgebiet sind die Sommermonate Juni, Juli und August.

Klimadiagramm für die Station Xiangshan im zentralen Xiangxi-Einzugsgebiet bei Gaoyang mit jährlicher Niederschlagssumme (mm) und mittlerer Jahrestemperatur (°C) für die Klimanormalperiode 1961 - 1990. Cwa bedeutet nach der effektiven Klimaklassifikation von Köppen und Geiger warmgemäßigtes, wintertrockenes Regenklima mit einer Temperatur des wärmsten Monats über 22 °C und mindestens vier Monaten wärmer als 10 °C.

Weiterhin charakteristisch für das Untersuchungsgebiet ist ein sehr gebirgiges Relief mit mittleren Hangneigungen von 39°. Vereinzelt erreichen die Hänge eine Neigung von maximal 78°. Der mit 3.075 m ü. NN gelegene höchste Punkt befindet sich in der Shennongjia-Region. Circa 100 km südwestlich liegt die Xiangxi-Mündung auf knapp 62 m ü. NN. Während sich die von der Aufstauung nicht die direkt betroffenen, großflächig bewaldete headwater zone im nördlichen Xiangxi-Einzugsgebiet noch sehr ursprünglich zeigt, prägen enorme Eingriffe in die Landschaft infolge einer verstärkten Bebauung den Süden des Untersuchungsgebietes.

Mündungsbereich des Xiangxi in den Yangtze. Foto: D. Ehret (09/2008)

Blick von Westen auf die Stadt Gaoyang im zentralen Untersuchungsgebiet (links). Natürliches Fließgewässer im Bezirk Shennongjia im Norden des Xiangxi-Einzugsgebietes (rechts). Fotos: S. Schönbrodt (09/2008).

Dynamischer Aufstaubereich (backwater area)

Der direkt vom Drei-Schluchten-Staudamm und infolgedessen von großflächigen dynamischen Veränderungen (Umsiedelungen, Konstruktion neuer Straßen, Inwertsetzung neuer landwirtschaftlicher Nutzflächen für den Subsistenzanbau und Produktion von cash crops) betroffene, mesoskalige Aufstaubereich erstreckt sich mit einer Fläche von circa 560 km² über das gesamte südliche Xiangxi-Einzugsgebiet bis circa 4 km nördlich von Gaoyang im zentralen Xiangxi-Einzugsgebiet.

Dreidimensionale Darstellung des Aufstaubereichs (backwater area) bei maximaler Aufstauung des Yangtze von 175 m ü. NN am Drei-Schluchten-Staudamm. (Schönbrodt, 2009).

Charakteristisch für die backwater area sind die steil aufragenden, meist triassischen Felsformationen (Limestone) auf der östlichen Flussseite. Diese sehr steil einfallenden, bewaldeten Hangebereiche stehen im starken Kontrast zu den landwirtschaftlich intensiv genutzten und stärker besiedelten Hangbereichen der Jura-Formation auf der westlichen Uferseite.

Innerhalb der backwater area liegt der Schwerpunkt detaillierter Untersuchungen zu den Georisiken Bodenerosion, Massenbewegungen, Stoffeinträge und zum Wandel und zur Vulnerabilität der Landnutzung auf den zwei hydrologischen Teileinzugsgebieten Quyuan und Xiangjiaba.


letzte Änderung 27.10.2011 | |Impressum |Ausdrucken